Lieber Staat! (kein Liebesbrief)
Ich traue mir es ja gar nicht zu sagen...aber ich bin kein Fan der Demokratie. Versteht mich nicht falsch. Natürlich halte ich es für eine tolle Idee der Griechen, dass das Volk das Souverän ist und nicht ein König oder ein Diktator. Auf der Suche nach der besten Herrschaftsform sind wir mit der Demokratie tatsächlich am Ziel angekommen. Aber ich mag Herrschaft in keinster Form. Ich frage mich oft, ob ich die Einzige bin, die so denkt oder ob ich eine Spinnerin bin, weil ich ganz stolz sage: ich bin Anarcho-Libertär. Ich glaube nicht an den Staat. Ich glaube auch nicht an Wohlfahrtsökonomie oder an Allokationsprinzipien und Steuern.
„Du willst keinen Staat?“, fragen mich oft Leute. „ Wer soll dann dieses oder jenes bauen, organisieren, kontrollieren??“ etc pp...
Es erschrickt mich manchmal, dass Menschen, die tatsächlich nicht nur theoretische, sondern auch praktische Vorschläge für eine Gesellschaft ohne Staat haben, es nicht einmal schaffen, ihre Bücher zu veröffentlichen. So stark ist die Staatstreue, der Staatsglaube. Tja... Es ist wirklich schon schwierig sich bis ins kleinste Detail auszumalen, was passieren würde, wenn sich eine Gesellschaft von Gleichen mit unterschiedlichsten Vorstellungen eines guten Lebens sich zusammen tun würde und auf Basis von Handel und Verträgen ihr Leben gestalten könnten und was es für unsere Gesellschaft dann konkret bedeuten würde.
Aber nur weil etwas sich verrückt anhört (wir hatten schon seit den alten Ägyptern stets ein System von Herrschaft, ob Pharaonen, Feudalsysteme, Sklaven, Konsuln in Rom oder eben der Mehrheit wie bei uns heutzutage), muss es noch lange nicht falsch sein oder gar unmachbar.
Der größte Einwand gegen eine freie Gesellschaft, die nicht auf Kontrolle und Herrschaft basiert, sondern auf Voluntarismus und Eigenverantwortlichkeit ist für viele Deutsche: wer bekämpft Kriminalität? Wer sorgt dafür, dass ein Monopolist mich nicht ausbeutet? Was ist mit Öffentlichen Gütern?
Wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt um darüber nachzudenken, woher denn die Probleme, die wir so gerne vom Staat gelöst sehen wollen eigentlich kommen, wird man eine sehr interessante Feststellung machen: die Probleme, die wir haben, kommen durch das Existieren eben dieses Systems der politischen Herrschaft. Ein Staat erzeugt Probleme, die er dann ganz stolz zu lösen sucht. Ist das nicht genial? Das ist die größte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme der Weltgeschichte. Und ich muss zugeben, dass mir die Lebensqualität, die durch politische Disskussionen, Talkshowrunden, Wirtschaftsliteratur, unterschiedliche Meinungen zu diesem und jenem... durchaus gefällt. Ohne den Staat hätte ich auch gar keinen Anreiz diesen Blog zu schreiben. Aber ich muss doch trotzdem für das eintreten, was ich für richtig halte: nämlich keine Herrschaft what so ever.
Wir haben beispielsweise Angst bei einer freien Marktwirtschaft ohne staatliche Regulierung, dass bestimmte Haie Monopole aufbauen werden und uns machtlosen Konsumenten das Geld aus der Tasche ziehen würden. Hmm... ich habe im Studium von solchen künstlichen Monopolen oder von Kartellen durchaus gehört, aber ich weiß ganz genau, dass Konsumenten eben nicht machtlos sind und ein Monopolist nur die Möglichkeit hat potentielle Konkurrenten durch niedrige Preise vom Markt zu halten. Das kostet auch dem Monopolisten viel Geld. Und um die gesteigerte Nachfrage, die sich durch dieses Preisdumping ergibt, muss der Monopolist dann teure Investitionen für eine Mehrproduktion bereitstellen. Das könnte ihn in den Ruin führen und schließlich zum Auflösen des Monopols. Der Staat meint uns von solchen Gebilden schützen zu müssen. Und gründet seinerseits ein Monopol. Nur eben ein staatliches. Dieses Monopol ist nicht anfechtbar und hat die gleichen negativen Konsequenzen wie ein natürliches oder künstliches Monopol bei freier Marktwirtschaft.
Das ist nur ein Beispiel. Es gibt wirklich keinen (und ich meine keinen!) Bereich der Gesellschaft, Kultur oder Wirtschaft, wo Voluntarismus, also freier Handel zu eigenen Konditionen nicht funktionieren würde. Man muss nur bereit sein, sich vom Staat als Wahrheitskomplex zu verabschieden und wenigstens den Kopf für andere Formen von „Herrschaft“ frei machen.
Ich mache mir aber wie alle anderen Libertären durchaus Sorgen darüber, ob unsere Ideen einer gerechteren Gesellschaft jemals auf fruchtbaren Boden fallen werden. Denn solange Sicherheit und Wohlstand einigermaßen sichergestellt sind, interessiert sich keiner für Gerechtigkeitstheorien oder so etwas wie Eigenverantwortlichkeit.
Ich bin in diesem Beitrag gar nicht darauf eingegangen, was eine libertäre Gesellschaft genau auszeichnet, oder was man darunter verstehen kann. Für Interessierte empfehle ich eine schrittweise Annäherung zur Idee von Anarchie im libertären Sinne. Die Ökonomen der Österreichischen Schule wie Mises oder Hayek, sind ein guter Einstieg, um die Auswirkungen von Staat auf Gesellschaft und Wirtschaft kennen zu lernen. Wenn man dann Gefallen an dem gefunden hat, was man gelesen hat ist beispielsweise die Lektüre von David Friedman: Machinery of Freedom ganz unterhaltsam. Er erzählt in kurzen Kapiteln, wie er sich eine (fast) Staatsfreie Gesellschaft vorstellt und wieso diese zu mehr Wohlstand und Gerechtigkeit führen würde.
Wenn manche Leser jetzt neugierig geworden sind auf das Konzept der Anarchie – Gratulation. Es ist nicht mehr weit zum Staatsfeind Nr.1. NSA sei Dank...
„Du willst keinen Staat?“, fragen mich oft Leute. „ Wer soll dann dieses oder jenes bauen, organisieren, kontrollieren??“ etc pp...
Es erschrickt mich manchmal, dass Menschen, die tatsächlich nicht nur theoretische, sondern auch praktische Vorschläge für eine Gesellschaft ohne Staat haben, es nicht einmal schaffen, ihre Bücher zu veröffentlichen. So stark ist die Staatstreue, der Staatsglaube. Tja... Es ist wirklich schon schwierig sich bis ins kleinste Detail auszumalen, was passieren würde, wenn sich eine Gesellschaft von Gleichen mit unterschiedlichsten Vorstellungen eines guten Lebens sich zusammen tun würde und auf Basis von Handel und Verträgen ihr Leben gestalten könnten und was es für unsere Gesellschaft dann konkret bedeuten würde.
Aber nur weil etwas sich verrückt anhört (wir hatten schon seit den alten Ägyptern stets ein System von Herrschaft, ob Pharaonen, Feudalsysteme, Sklaven, Konsuln in Rom oder eben der Mehrheit wie bei uns heutzutage), muss es noch lange nicht falsch sein oder gar unmachbar.
Der größte Einwand gegen eine freie Gesellschaft, die nicht auf Kontrolle und Herrschaft basiert, sondern auf Voluntarismus und Eigenverantwortlichkeit ist für viele Deutsche: wer bekämpft Kriminalität? Wer sorgt dafür, dass ein Monopolist mich nicht ausbeutet? Was ist mit Öffentlichen Gütern?
Wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt um darüber nachzudenken, woher denn die Probleme, die wir so gerne vom Staat gelöst sehen wollen eigentlich kommen, wird man eine sehr interessante Feststellung machen: die Probleme, die wir haben, kommen durch das Existieren eben dieses Systems der politischen Herrschaft. Ein Staat erzeugt Probleme, die er dann ganz stolz zu lösen sucht. Ist das nicht genial? Das ist die größte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme der Weltgeschichte. Und ich muss zugeben, dass mir die Lebensqualität, die durch politische Disskussionen, Talkshowrunden, Wirtschaftsliteratur, unterschiedliche Meinungen zu diesem und jenem... durchaus gefällt. Ohne den Staat hätte ich auch gar keinen Anreiz diesen Blog zu schreiben. Aber ich muss doch trotzdem für das eintreten, was ich für richtig halte: nämlich keine Herrschaft what so ever.
Wir haben beispielsweise Angst bei einer freien Marktwirtschaft ohne staatliche Regulierung, dass bestimmte Haie Monopole aufbauen werden und uns machtlosen Konsumenten das Geld aus der Tasche ziehen würden. Hmm... ich habe im Studium von solchen künstlichen Monopolen oder von Kartellen durchaus gehört, aber ich weiß ganz genau, dass Konsumenten eben nicht machtlos sind und ein Monopolist nur die Möglichkeit hat potentielle Konkurrenten durch niedrige Preise vom Markt zu halten. Das kostet auch dem Monopolisten viel Geld. Und um die gesteigerte Nachfrage, die sich durch dieses Preisdumping ergibt, muss der Monopolist dann teure Investitionen für eine Mehrproduktion bereitstellen. Das könnte ihn in den Ruin führen und schließlich zum Auflösen des Monopols. Der Staat meint uns von solchen Gebilden schützen zu müssen. Und gründet seinerseits ein Monopol. Nur eben ein staatliches. Dieses Monopol ist nicht anfechtbar und hat die gleichen negativen Konsequenzen wie ein natürliches oder künstliches Monopol bei freier Marktwirtschaft.
Das ist nur ein Beispiel. Es gibt wirklich keinen (und ich meine keinen!) Bereich der Gesellschaft, Kultur oder Wirtschaft, wo Voluntarismus, also freier Handel zu eigenen Konditionen nicht funktionieren würde. Man muss nur bereit sein, sich vom Staat als Wahrheitskomplex zu verabschieden und wenigstens den Kopf für andere Formen von „Herrschaft“ frei machen.
Ich mache mir aber wie alle anderen Libertären durchaus Sorgen darüber, ob unsere Ideen einer gerechteren Gesellschaft jemals auf fruchtbaren Boden fallen werden. Denn solange Sicherheit und Wohlstand einigermaßen sichergestellt sind, interessiert sich keiner für Gerechtigkeitstheorien oder so etwas wie Eigenverantwortlichkeit.
Ich bin in diesem Beitrag gar nicht darauf eingegangen, was eine libertäre Gesellschaft genau auszeichnet, oder was man darunter verstehen kann. Für Interessierte empfehle ich eine schrittweise Annäherung zur Idee von Anarchie im libertären Sinne. Die Ökonomen der Österreichischen Schule wie Mises oder Hayek, sind ein guter Einstieg, um die Auswirkungen von Staat auf Gesellschaft und Wirtschaft kennen zu lernen. Wenn man dann Gefallen an dem gefunden hat, was man gelesen hat ist beispielsweise die Lektüre von David Friedman: Machinery of Freedom ganz unterhaltsam. Er erzählt in kurzen Kapiteln, wie er sich eine (fast) Staatsfreie Gesellschaft vorstellt und wieso diese zu mehr Wohlstand und Gerechtigkeit führen würde.
Wenn manche Leser jetzt neugierig geworden sind auf das Konzept der Anarchie – Gratulation. Es ist nicht mehr weit zum Staatsfeind Nr.1. NSA sei Dank...
Libertybunny18 - 13. Jun, 16:22
