Donnerstag, 11. April 2013

Du nicht, ich nicht

USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Land in dem man alles sein und werden kann. Auch sehr reich. Dieser un- oder wohlverdienter Reichtum stößt in den Vereinigten Staaten nicht auf Missbilligung sondern auf Bewunderung und Zuspruch. Man gönnt seinem Nachbarn den Erfolg. Das ist zwar statistisch nicht belegt, doch gilt die USA immer noch als Vorbild für eine neid-freie Gesellschaft. Wie sieht es jedoch hierzulande aus?
Es gibt lange nicht so viele Millionäre in Deutschland wie in den USA, aber wir haben sie. Und woher kommt der unsägliche Reichtum dieser Menschen? Alles geerbt! Wirklich?
Eine nähere Betrachtung durch Studien zeigt: wir haben über 800.000 sehr sehr reiche Menschen in Deutschland. Doch mehr als die Hälfte dieser Reiche hat das Vermögen durch Unternehmertum oder Freiberuflichkeit verdient und nicht geerbt.
Reiche Menschen werden in Deutschland kritisch beäugt, so sind diese für die meisten Menschen ein Klüngel, der abgeschottet und unter sich auf dem Golfplatz lebt und in ihrem Reichtum baden. Die meisten Vermögenden haben jedoch Angst, nur wegen ihres Geldes gemocht zu werden. Die Furcht von Schnorrern ausgenutzt zu werden führt zu diesem Isolationismus und diesem so genannten Club der Reichen.
Aber wie auch immer die Reichen an ihr Geld gekommen sein mögen – „reich“ zu sein, hat Deutschland schon immer eine negative Konnotation gehabt. Wie beispielsweise der Unternehmensmillionär Erich Sixt einmal in einem Interview bemerkt hat, kommt der Neid in der deutschen Gesellschaft vor allem durch die Erziehung der Kinder zustande, wo reich zu sein, negativ beurteilt wird. Das Gerechtigkeitsempfinden, dass alle gleich viel haben sollen, fängt schon mit dem Vergleich der Größe der Schultüte an. Das sei vor allem der christlichen Morallehre zu verdanken, sagt Sixt. Armut würde als Himmelstüröffner verstanden. Geld wird verrucht.
Gerechtigkeit ist für die meisten Menschen in Deutschland eine Umverteilung von oben nach unten. Und am liebsten eine Gleichverteilung.
Diese Gleichverteilung ist Ergebnis des Neides. Und sie birgt die Gefahr der Wohlstandsvernichtung. Ein spieltheoretisches Beispiel zeigt, wie es um den Neid und das Gerechtigkeitsempfinden im Allgemeinen bestellt ist: Eine Person A bietet einer Person B hundert Euro als Geschenk. Der Haken: die Person B muss einen Betrag zwischen null und hundert Euro einer dritten Person C anbieten, den dieser annehmen muss, sonst gehen beide leer aus. Es kommt, wie es kommen muss: B wird in diesem Spiel exakt die Hälfte des Geschenkes an C geben, damit dieser nicht alles torpediert und beide leer ausgehen. Die Person C hatte überhaupt keinen Anspruch an das Vermögen der Person A. Dieser wollte sein Geld eigentlich an jemanden bestimmten geben: nämlich der Person B. Hier wird sehr schnell ersichtlich was die Motivation der „gerechten“ Verteilung ist: entweder Du gibst mir den gleichen Betrag, wie du einbehälst , oder ich sorge dafür, dass Du und ich gar nichts bekommen.
Neid ist nicht nur Motor für Gleichverteilung. Neid hindert auch Motivation und Ehrgeiz, weil Leistung nicht mehr honoriert wird. Wo der „ehrgeizig stimulierende“ Neid, eines von vier Varianten des Neides, die von Soziologen beobachtet werden, in „empörenden“ Neid übergeht, ist die Gefahr groß, wirtschaftliche Einbußen in der Gesellschaft hinnehmen zu müssen.
Auch die altruistische Motivation vieler Reichen, mit ihrem Geld Gutes zu tun und Stiftungen und Hilfsorganisationen unter die Arme zu greifen, wird mit zunehmenden Neid in der Gesellschaft immer weniger.
Anstatt sich stets zu überlegen, wie man den Reichtum in der Nation so umverteilen könnte, damit die meisten sich mit dem status quo zufrieden geben würden, sollte das Leistungsprinzip wieder in den Vordergrund gestellt werden. Leistung muss sich wieder lohnen und Spaß machen. Bis dahin teilen wir unseren Schokoriegel in genau zwei Hälften. So kommt kein Neid auf und wir können in Ruhe den Konsum genießen...

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